Delikatessen Magazin

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Essen aus der Tonne

“Dump Diver” werden die meist jüngeren Menschen genannt, die hierzulande in Nacht-und-Nebel-Aktionen Lebensmittel im großen Stil aus Mülltonnen sammeln. Essen, das vorher weggeworfen wurde obwohl es noch “gut” war. Die Studentenhaushalte zehren mehrere Tage von ihrer Beute.

Das was sich wie eine neue Extrem-Sportart anhört, hat mittlerweile eine eigene, nicht zu verachtende Szene entwickelt. Vor allem in Städten, wo der prozentuale Anteil der Studenten an der Gesamtbevölkerung sehr hoch ist, steigt die Zahl der Mülltaucher täglich. Dass dabei im härtesten Fall auch Gefängnisstrafen wegen Einbruchdiebstahls bevorstehen, interessiert die wenigsten.

Die Beweggründe sind, entgegen erster Vermutungen nicht etwa Armut oder Schuldenberge die abbezahlt werden wollen. Vielmehr üben die Studenten auf diese Art und Weise harte Kritik an der Wegwerfgesellschaft.

Auch die Supermärkte passen sich diesem Trend an. So haben einige bereits dicke Schlösser an ihren Mülltonnen angebracht. Das Problem: wer an den Lebensmitteln aus der Tonne erkrankt, könnte den Betreiber des Supermarktes verklagen.

Übergeschwappt ist dieser Trend vor etwa 15 Jahren, woher auch sonst, aus den USA wo die Wegwerfquote noch essbarer Lebensmittel bei zum Teil 40-50% lag. Deutsche Zahlen, die auch verlässlich sind gibt es nicht. Man vermutet, dass jede Filiale pro Tag etwa 50 Kilogramm Lebensmittel wegwirft. Nur ein sehr geringer Anteil davon landet im Müll, weil er schlecht ist. In Deutschland gibt es nach Schätzungen mehrere Tausend “Dump Diver”.

geschrieben von Michael in News,Trends und hat Keine Kommentare

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