Delikatessen Magazin

Das Blog rund um Schmankerl, Feinkost und Gaumenfreunden

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Fast Food für die WM

Im Land der Gourmets hätte man so etwas nicht erwartet. In der Vorbereitung auf das WM-Halbfinale bereitet sich die französische Frauenfußballmannschaft mit Fast-Food vor. Statt Delikatessen gibt es Hamburger – eine mentale Stärkung vor dem Spiel am Mittwoch gegen die USA.

Kraft und Ausdauer werden in der Partie besonders wichtig sein, denn von bisher 13 Begegnungen mit den USA gingen 11 verloren; nur eins vor 21 Jahren wurde gewonnen. “Wir werden nicht loslassen und nachgeben, egal, was passiert”, kündigte Frankreichs Mittelfeldspielerin Camille Abily an. “Mit dem Teamgeist werden wir weitere Kräfte freisetzen.” Dennoch warnt sie vor der Nummer 1 der Weltrangliste. Motivation ist allerdings genug vorhanden, denn sie „ gehören zu den vier besten Teams der Welt und wollen noch zwei weitere gute Spiele bei dieser WM bestreiten“, so Bruno Bini, Trainer der Mannschaft.

Die USA haben dennoch auch ihre Erfolge zu verzeichnen. Als Dauergast in der Runde um die letzten Vier, wurden sie 1991 und 1999 Weltmeister. “Frankreich hat ein gutes Team, aber wir sind jetzt der Topfavorit und nehmen das auch an”, sagte US-Verteidigerin Alex Krieger. Es würde keine Selbstläufer werden.

Abby Wambach, welche den 2:2 Ausgleich gegen Brasilien in der Verlängerung der Nachspielzeit schoss, sieht den potenziellen Titelgewinn als „das Wichtigste“ in ihrer Laufbahn an. „Wenn wir ihn nicht holen, ist es auch nicht schlimm, denn wir haben Brasilien geschlagen und das wird für immer bleiben.“ Der Titel sei nur noch ein Bonus für die Mannschaft, dennoch von großer Bedeutung für sie.

Bini sieht seinen Vorteil darin, dass du USA einen Tag weniger Erholungszeit haben, denn sie spielten Samstag – 24 Stunden vor den USA. Pia Sundhage, seine US-Kollegin sieht dies allerdings gelassen und meint, dass es auf Taktik und Technik ankäme, nicht auf die Fitness.

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Der Ikramat – Kaviar aus dem Automaten

Der Ikramat (Kaviar heißt auf russisch „Ikra“) macht es vielen Russen möglich, ihren Kaviar aus dem Automaten zu beziehen.

Die Firma Jukra bietet allein in Moskau 30 Automaten an. Sobald der Nummerncode eingetippt und das verlangte Bargeld eingeworfen ist, bekommt man seine Dose Kaviar.

Die Meinungen gehen jedoch auseinander. Die Qualität sei nicht erkennbar, Kaviar gehöre nicht in einen Automaten. Dennoch werde darauf geachtet, dass die Ware frisch sei. Korrekt gekühlt und ohne Konservierungsstoffe komme der Fisch direkt aus dem Osten Russlands.

Schon zu Sowjetzeiten galt Kaviar als eines der am häufigsten konsumierten Nahrungsmittel. Deshalb soll es auch weiterhin möglich sein, alle sozialen Schichten mit jenem zu versorgen. Somit ist Jukra von der Idee abgekommen, nur die Eilte mit ihrem Gut versorgen zu wollen. Automaten stehen nun an zahlreichen Orten.

100 Gramm sind für knapp vier Euro käuflich. Auch eine Familienpackung ist vorhanden. Mit 320 Gramm Inhalt kostet diese etwas 15 Euro.

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Weinknigge-Das war einmal!

Nicht wenige Winzer in Deutschland und der neuen Weinwelt, erzählen sich dieser Tage, dass alte Regeln wie Weißwein zu Fisch oder Rotwein zu Fleisch längst überholt sind. Grundlage für solche Aussagen sind Erfahrungen, die durch Experimentierfreudigkeit gesammelt wurden.

So zum Beispiel eine Weinprobe des Winzers Martin Moore. Seinen Gästen bot er verschiedene Weinsorten an, dazu gab es einen Teller mit mehreren kleinen Häppchen.
Moores Vorschläge waren dabei geräucherte Muschel zu einem Durbanville Hills Sauvignon Blanc oder zum Blauschimmelkäse einem Schluck Chardonnay zu servieren. Ein weiterer war die Kombination von schwarzer Schokolade mit enem Merlot.
Daran merkt man, heute sind beinahe alle Kombinationen erlaubt, solange es dem eigenen Geschmack nicht zu wider ist.

Ebenfalls umgestoßen ist die Idee, dass man bereits an dem Verschluss der Weinflasche erkennt, wie qualitativ hochwertig ein Wein ist. Der Schraubverschluss geht somit nicht mehr als billige Notlösung, sondern vielmehr als Möglichkeit durch, Weine länger lagerbar und frischer zu halten.
Weiterhin wird der Wein seiner Schuld enthoben, wenn er einen Tag nach dem Entkorken nicht mehr genießbar ist. Diesen schwarze Peter bekommt nun der Winzer zugeschoben.

Bei der Lagerung, bleibt alles beim alten. Weinflaschen sollten nach wie vor keinen zu großen Temperaturschwankungen ausgesetzt sein.

Jedoch ist es an der Zeit zu akzeptieren, dass auch Rotwein eine halbe Stunde vor dem Öffnen in den Kühlschrank gestellt werden kann und vielleicht auch sollte.

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Bio-Shrimps

Unserer Meinung nach hat das Wort “ökologisch” gute Aussichten auf das Wort des Jahres 2010. Denn der Bio-Boom hat sich jetzt auch auf die Garnelenzucht ausgebreitet – scheinbar als Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Reisen-Garnelen werden von Jahr zu Jahr immer beliebter. Sie sind lecker, eiweißreich und lassen sich mit fast allem kombinieren. Doch was in den letzten Monaten den Appetit verderben konnte, waren die Umstände unter denen gezüchtet wird. Dabei hört man in Verbindung mit Garnelenzucht immer wieder von Umweltzerstörung und dem Einsatz von Antibiotika. Daher sind Bio-Garnelen zwar eine teurere aber auch eine qualitativ hochwertigere Alternative.

In Bangladesch gibt es jetzt ein Pilotprojekt für eine ökologische Zuchtanlage von Riesengarnelen. Dabei setzt das Team des Forschungsprojektes BioHatch auf die Larvenzucht, die in reinem Meerwasser geschehen muss. Das Team will es nun schaffen mit technischen Hilfsmitteln die Larven auf ökologisch verträgliche Weise zu produzieren.

Ein Hauptaugenmerk liegt hierbei neben der Umweltverträglichkeit auch auf der Rentabilität. Denn der Schwachpunkt liegt hierzulande und auch anderswo immer noch bei den hohen Preisen für Bio-Produkte. Wenn man die Schäden der konventionellen Produktion auf den Ladenpreis aufschlagen würde, wären die Bio-Garnelen wieder billiger. Davon lässt sich an der Supermarkt-Kasse jedoch keiner umstimmen.

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Sterneküche in den eigenen 4 Wänden

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat nicht nur bei Banken und Zulieferern ihre Spuren hinterlassen. Die Handelskammer lässt verlauten, dass in den Krisenmonaten weit weniger Delikatessen wie Trüffel, Kaviar und Champagner als in den Monaten zuvor. Lediglich die französische Gänseleber erfährt in diesen Tagen einen wahren Exportboom. Allein die Spanier kauften in den ersten 7 Monaten von 2009 386 Tonnen Stopfleber.
Die Franzosen lassen dabei den Trend erkennen, dass bei den Weihnachtsgeschenken, nicht aber bei den Delikatessen gespart wird. Lieber werden Champus, Austern, Lachs und eben Gänseleber gekauft als Gutscheine, Kleidung oder ähnliche Geschenke.

Hierzulande wird der Abschwung noch nicht gar so deutlich. Jedoch ist der Trend, lieber zu Hause zu kochen mittlerweile auch bei der gehobeneren Gesellschaftsschicht angekommen. Auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband muss feststellen, dass zumindest die Sternegastronomie harte Zeiten durchmacht.

Auf Firmenebene zeigt sich warum die gute Küche leidet. Auf Grund der Pleite einiger globaler Riesen, fangen auch andere Firmen an zu sparen. Dieser Sparkurs lässt sich beispielsweise bei den Spesen sehr gut durchdrücken. Geschäftsessen, Firmenfeiern mit einem umfangreichen Catering und Tagungen gehen stark zurück. Das merkt auch die Gastronomie. Auch Deutschlands größter Trüffelhändler “Bos Food” muss in diesem Jahr eine Schrumpfung von 2% hinnehmen, und das nach 20 Jahren mit zweistelligem Wachstum.

Die Lieferanten entdecken nun die Hobby-Köche für sich. Die Nachfrage nach Pasteten, Terrinen, sowie Soßen, Fonds, Dressings usw. ist stark gestiegen. So stoßen manche Firmen neue Vertriebskanäle für sich auf, die auch Profit mit sich bringen. Ein positiver Nebeneffekt, auch wenn er den Verlust nicht kompensieren kann.

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Essen aus der Tonne

“Dump Diver” werden die meist jüngeren Menschen genannt, die hierzulande in Nacht-und-Nebel-Aktionen Lebensmittel im großen Stil aus Mülltonnen sammeln. Essen, das vorher weggeworfen wurde obwohl es noch “gut” war. Die Studentenhaushalte zehren mehrere Tage von ihrer Beute.

Das was sich wie eine neue Extrem-Sportart anhört, hat mittlerweile eine eigene, nicht zu verachtende Szene entwickelt. Vor allem in Städten, wo der prozentuale Anteil der Studenten an der Gesamtbevölkerung sehr hoch ist, steigt die Zahl der Mülltaucher täglich. Dass dabei im härtesten Fall auch Gefängnisstrafen wegen Einbruchdiebstahls bevorstehen, interessiert die wenigsten.

Die Beweggründe sind, entgegen erster Vermutungen nicht etwa Armut oder Schuldenberge die abbezahlt werden wollen. Vielmehr üben die Studenten auf diese Art und Weise harte Kritik an der Wegwerfgesellschaft.

Auch die Supermärkte passen sich diesem Trend an. So haben einige bereits dicke Schlösser an ihren Mülltonnen angebracht. Das Problem: wer an den Lebensmitteln aus der Tonne erkrankt, könnte den Betreiber des Supermarktes verklagen.

Übergeschwappt ist dieser Trend vor etwa 15 Jahren, woher auch sonst, aus den USA wo die Wegwerfquote noch essbarer Lebensmittel bei zum Teil 40-50% lag. Deutsche Zahlen, die auch verlässlich sind gibt es nicht. Man vermutet, dass jede Filiale pro Tag etwa 50 Kilogramm Lebensmittel wegwirft. Nur ein sehr geringer Anteil davon landet im Müll, weil er schlecht ist. In Deutschland gibt es nach Schätzungen mehrere Tausend “Dump Diver”.

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