Delikatessen Magazin

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Archive for May, 2012

Kampf der Krebse

Seit einigen Jahren finden wir ein Tier in unseren Gewässern, welches dem einheimischen Flusskrebs gefährlich nah auf die Pelle rückt. Der Kamberkrebs ist seit etwa 1970 bei uns sehr weit verbreitet und kommt ursprünglich aus Amerika. Er trägt die Krebspest in sich, ist selbst allerdings dagegen immun und gibt sie an deutsche Flusskrebse weiter. Deren Bestand wird mehr und mehr dezimiert.

Es gibt bundesweit nicht viele Fischzüchter, die versuchen den einheimischen Flusskrebs zu retten. Dabei gilt er auch hierzulande als Delikatesse. Das Problem: Edelkrebse, die auf der roten Liste der bedrohten Tierarten stehen, dürfen aus den natürlichen Gewässern, in die sie ausgesetzt wurden um sich wieder zu vermehren, später nicht mehr eingefangen werden. Eine eigene Zucht anzulegen ist vielen zu teuer.

Ein paar wenige Zuchtanlagen haben sich gefunden, wie beispielsweise der Krebsgarten von Basthorst, jedoch sind sie durch die eigene Vermarktung und den eigenen Vertrieb eher lokale Güter. Dazu kommt, dass die Abnahmemengen größerer Anbieter nicht erbracht werden können. 100 Kilogramm auf ein Mal ist für den Krebszüchter eine unerreichbare Zahl.

Neben der lokalen Restaurant-Küche sind es vor allem auch Privatleute, die sich hin und wieder einen Krebs gönnen. Jedoch ist das ein teurer Spaß. Um satt zu werden, braucht eine normale, erwachsene Person 8 bis 10 Krebse. Das entspricht etwa 45 Euro. Die Blütezeit der Krebszucht beginnt Mitte August und endet im Oktober.

Dass soviel Kamberkrebse die einheimischen Krebse verdrängen ist trotzdem ärgerlich. Nicht nur für die Züchter oder die Fischer. Auch das Ökosystem leidet darunter, da die einheimischen Krebse als Gewässerpolizei gelten.

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