Delikatessen Magazin

Das Blog rund um Schmankerl, Feinkost und Gaumenfreunden

Archive for March, 2010

Lebensmittel-Kennzeichnung

Eine Umstellung, die nicht jedem Lebensmittelhersteller gefallen dürfte, ist im EU-Parlament im Bereich der Lebensmittel-Kennzeichnung im Gange.
Zwar sind noch keine Einigungen zu Stande gekommen, jedoch sind heuer einige Experten-Teams an einem Entwurf für eine neue EU-Verordnung beschäftigt, durch die die Hersteller von Lebensmitteln verpflichtet wären, die acht wichtigsten Inhaltsstoffe auf verständliche Weise, in angemessener Größe und auf der Vorderseite der Verpackung anzubringen.

Dieser Plan ist wohl eine Reaktion auf die gescheiterte Forderung nach einer Ampelkennzeichnung, bei der vor allem süße und sehr fettige Produkte einen roten Punkt bekommen hätten.

Neben den Zahlendaten sollen auch Angaben über die Herkunft und eine eventuelle gentechnische Behandlung auf der Verpackung angebracht werden.
Mit einer solchen Kennzeichnung würde die EU den Vereinigten Staaten nacheifern, in der ein solches Gesetz bereits existiert.

Streitpunkte lassen sich beispielsweise in der Gültigkeit ausmachen. So fordern einige Abgeordnete, dass die Verordnung erst ab einer Mitarbeiterzahl von mindestens 100 Beschäftigten und einer Bilanzsumme von mindestens 5 Millionen Euro jährlich Gültigkeit erlangt.
Diskrepanzen bestehen auch in der Frage, ob diese Verordnung nur für bereits Verpacktes gelten soll, oder auch für Produkte vom Bäcker, Metzger oder Caterer.

Mit einem Update zu diesem Thema wird frühestens im Juli gerechnet.

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CITES – Schutzanträge fallen

Am 30. Januar 2010 berichteten wir über die im März stattfindende 15. Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) in Doha/Katar. Damals ging es um die Bemühungen des NABU (Naturschutzbund Deutschland) Schutzanträge für gefährdete Fischarten und Handelsverbote in ganz besonders schlimmen Fällen auszusprechen. Wie sich jetzt gezeigt hat waren die Bemühungen für den Moment erfolglos.

Am Donnerstag wurden die Anträge auf Schutz und Handelsverbot abgelehnt. Sushi kann also weiterhin genossen werden, zumindest so lange noch genügend Fisch in den Weltmeeren schwimmt.

Unverständlich ist allerdings die Art und Weise wie diese Anträge gekippt sind.
Die Delegation der USA hatte ein Handelsverbot für Eisbären beantragt. Dieser Antrag fiel nicht zuletzt wegen dem Widerstand der Europäer. Begründet wurde die negative Haltung gegenüber dem Antrag, mit den bereits bestehenden Einschränkungen im Eisbär-Handel und mit einer Eisschmelze, die langsam genug geschieht, um den Eisbär über kurze Zeit nicht zu gefährden.
Unserer Ansicht nach unverständlich ist die Aussage, es gehe den Europäischen Delegierten nicht um das Artensterben der Eisbären, sondern darum, Amerika auf diesem Wege wegen ihrer nicht gemachten Zugeständnisse bei den Klimakonferenzen abzustrafen.

Doch auch der Europäischen Delegation, allen voran dem NABU, erging es nicht besser. Auch der Antrag auf Handelsverbot mit dem Blauflossenthunfisch wurde abgelehnt. Besonders die Japaner wehrten sich gegen diesen Antrag, da sie darin ihre Esskultur bedroht sahen. Ob der Blauflossenthunfisch lediglich seiner Schmackhaftigkeit oder auch eventuellen Rachegelüsten der USA zum Opfer gefallen ist, bleibt offen.

Doch die Konferenz setzte noch einen oben drauf. Nicht nur, dass sämtliche Schutzanträge abgelehnt wurden. Der Antrag Mexikos das Beulenkrokodil wieder für den kontrollierten Handel frei zu geben, wurde angenommen. Ängste, dass kontrollierter Handel, nur einen kleinen Teil der Jagd auf die Tiere ausmacht, wurden zurück gewiesen.

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