Delikatessen Magazin

Das Blog rund um Schmankerl, Feinkost und Gaumenfreunden

Archive for January, 2010

NABU vs. Fischindustrie

Vom 13. bis 25 März 2010 findet in Doha/Katar die 15. Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) statt. Im Vorfeld auf dieses Ereignis macht der NABU (Naturschutzbund Deutschland) auf bedrohte Tierarten wie die Dorn-, Herings- und Hammerhaie oder den Blauflossenthun aufmerksam.
Problem ist der große Hunger auf Sushi, Haifischflossensuppe oder die Schillerlocke. Die für das Ökosystem so wichtigen Meeresräuber haben keine Beute mehr und werden somit an den Rand ihrer Existenz geschoben.

Bei der in 6 Wochen stattfindenden Konferenz sprechen über 2.000 Abgeordnete aus 175 Ländern über die Schicksale vieler Tierarten. Damit sich alle der Bedeutung ihrer Entscheidung bewusst werden, sind mehr Anträge auf Schutz der Haie oder auf einen Handelsstopp für Arten wie den Roten Thun eingegangen als je zuvor.

Mehr als 100 Millionen Haie werden laut einer NABU-Pressemappe jährlich gefangen und getötet. Auch Arten wie der Dorn- und der Heringshai sind vom Aussterben bedroht. Die EU zählte im Jahr 2000 einen Konsum von 20.000 Tonnen Dornhai-Fleisch.

Der NABU fordert nicht zwingend ein generelles Fangverbot. Jedoch sollen endlich Richtlinien und Handelskontrollen, wie bereits vor einem Jahr in Den Haag gefordert, eingeführt werden.

Die Fischer haben es auf unterschiedliche Werte abgesehen. Während bei dem Heringshai die Flossen und sein Fleisch sehr begehrt und international hoch gehandelt werden, ist bei den Hammerhaien das Fleisch eher wertlos. Hier haben es die Fänger auf die Finnen (Rückenflossen) der Haie abgesehen. Deren Fleisch ist auf dem Delikatessen-Markt derart heiß begehrt, dass auf dem “Hong Kong Fish Market” auch schon mal 135 Dollar pro Kilogramm dafür verlangt werden. Die daraus gefertigte Haifischflossensuppe lassen sich die Wirte, je nach Land, mit 70 bis 100 Dollar pro Schale vergüten.
Für die Bestände bedeutet das Sterben im großen Rahmen. Experten schätzen einen Rückgang innerhalb der letzten 15 Jahre um knapp 90%.

Besonders grausam geht es dem Weißspitzen-Hochseehai an den Kragen. Dieser hängt häufig als Beifang von Thunfisch oder Schwertfisch an den Ködern. Die Fischer lassen die meist noch lebenden Haie jedoch nicht wieder ins Wasser. Ein Kilo der Weißspitzen-Hochseehai-Flossen kann im internationalen Handel zwischen 45 und 85 Dollar bringen. Um Platz auf seinem Kutter zu sparen, schneidet der Fischer dem Hai die Flossen ab und wirft den verstümmelten Hai wieder zurück ins Wasser wo dieser grausam verendet. Es gibt selbst einen Fach-Begriff für diese grausame Herangehensweise. Finning wird die Praktik unter Fachkreisen genannt.

Ebenfalls heiße Diskussionen erwarten Vertreter des NABU wenn es um den  Blauflossen-Thunfisch geht. Seit Jahren werden die Forderungen nach einem Fangverbot lauter. Der Bestand dieses Fisches ist mittlerweile auf ein Viertel seiner ursprünglichen Zahl gesunken. Das Problem hierbei ist nicht der offizielle Fischfangbetrieb der mittlerweile mit Hilfe von High-Tech-Unterstützung von Statten geht. Problem ist die Dunkelziffer an illegal gefangenen Fischen.

Gerne erinnern sich die Veranstalter auch an Geschichten aus Zeiten der Wiederaufnahme der Grünen Wochen nachdem Zweiten Weltkrieg. 1948 glänzte man auf der einen Seite mit einem Kürbis der stolze 40 Kilo auf die Waage brachte. Auf der anderen Seite wurden auch die Aussteller nicht von der Lebensmittelknappheit verschont. Sie hingen Würste und Schinken aus Pappe in viele Stände.

Ein weiterer, stets präsenter Grundgedanke der Messe war der technische Fortschritt in der Lebensmittel- und Agrarindustrie. Er zeigt sich im Laufe der Jahre durch Austellungsgegenstände die die aktuellen Entwicklungen darstellten. Solche Ausstellungsstücke waren beispielsweise ein vier Meter hoher Universalschlepper mit 100 PS, eine Eierfrischhaltemaschine in der sich 5.000 Eier drehten oder eine Biogasanlage in den 50er Jahren.
Die heutigen aktuellen Themen drehen sich meist um erneuerbare Energien. Für den 0-8-15-Besucher der Messe dürfte allerdings leicht verwunderlich sein, dass neben dem Zelt mit den besten und teuersten Rindfleisch, Zelte stehen, in denen für Verzicht auf Fleisch geworben wird.

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Das Schlemmerjahr 2010

Januar – Gourmet-Safari mit Schweizer Spitzenköchen auf Sylt

Februar – Gourmet-Festival im Rheingau mit einer Feier für die heimischen Weine

März – Gourmet-Festival in der Wachau bei der Spitzen-Winzer ihre Lieblingsweine präsentieren

Mai – “Good Food and Wine Show” in Kapstadt mit zahlreichen Ausstellungshallen zu den unterschiedlichsten Delikatessen der Welt

Juni – In Schweden ist Tag des Herings. Spezialitäten wie Hering eingelegt in Lavendel, Nelken oder Zimt oder Surströmming wollen verkostet werden.

August – Ebenfalls in Schweden wird der Surströmming, eine der fiesesten Speisen der Welt, von tausenden Fischverrückten gekostet. Der eingelegte Stinkefisch ist eines der Jahres-Highlights bei den Skandinaviern.

Dezember – Schokoladen-Festival in Tübingen mit den verschiedensten Kreationen von mehr als 100 Chocolatiers.

Die restlichen Monate wollen natürlich auch gefüllt werden. Dafür benötigen wir eure Hilfe. Wer einen Vorschlag für einen weiteren Stopp in dieser kulinarischen Weltreise hat – posten!

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Internationale Grüne Woche

Ab kommenden Freitag finden die 75. Grünen Wochen in Berlin statt und präsentieren auf insgesamt 115.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche 100.000 Delikatessen aus 56 verschiedenen Ländern und ihren Kulturen. Die Veranstalter erhoffen sich wie immer viel von der größten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau der Welt.

Neben Wollschweinspeck, Bisonfleisch, Emu-Steaks und Sushi soll es aber auch um den Welthunger und den Klimawandel gehen. 50 Agrarminister haben sich angemeldet um auf den Grünen Wochen über die Landwirtschafts- und Ernährungsindustrie zu sprechen. Ilse Aigner, Bundeslandwirtschaftsministerin, will sich scheinbar in einem grünen Licht präsentieren und ruft bundesweit zu einer ausgewogenen und auf regionalen Produkten basierten Ernährung auf. Dass politische Themen auf der Messe breit getreten werden ist seit Fällen Rinderwahn oder der Lebensmittelkrise von 2008 nichts Besonderes mehr.

Gerne erinnern sich die Veranstalter auch an Geschichten aus Zeiten der Wiederaufnahme der Grünen Wochen nachdem Zweiten Weltkrieg. 1948 glänzte man auf der einen Seite mit einem Kürbis der stolze 40 Kilo auf die Waage brachte. Auf der anderen Seite wurden auch die Aussteller nicht von der Lebensmittelknappheit verschont. Sie hingen Würste und Schinken aus Pappe in viele Stände.

Ein weiterer, stets präsenter Grundgedanke der Messe war der technische Fortschritt in der Lebensmittel- und Agrarindustrie. Er zeigt sich im Laufe der Jahre durch Ausstellungsgegenstände die die aktuellen Entwicklungen darstellten. Solche Ausstellungsstücke waren beispielsweise ein vier Meter hoher Universalschlepper mit 100 PS, eine Eierfrischhaltemaschine in der sich 5.000 Eier drehten oder eine Biogasanlage in den 50er Jahren.
Die heutigen aktuellen Themen drehen sich meist um erneuerbare Energien. Für den 0-8-15-Besucher der Messe dürfte allerdings leicht verwunderlich sein, dass neben dem Zelt mit den besten und teuersten Rindfleisch, Zelte stehen, in denen für Verzicht auf Fleisch geworben wird.

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Käseweltmeisterschaften 2010

In gut zwei Monaten ist es wieder soweit: die Käse-Weltmeisterschaft, der “World Championship Cheese Contest”, findet vom 16. bis 18. März in Wisconsin statt. Besonders die Österreicher setzen große Hoffnung in ihren Käse.
Sogar die AMA Marketing ist siegessicher und sponsert den Luftfracht-Sammeltransport von Österreich in die USA.

Seit 1957 gibt es den Wettbewerb, der alle zwei Jahre stattfindet. Österreich gewann bereits 1978 und 1990 den Titel des Gesamtweltmeisters mit dem heimischen Emmentaler. 2008 holte sich Deutschland durch die Betriebe Berglandmilch und die Obersteirische Molkerei zwei Gold-Medaillen.

Interessant ist dieser Wettbewerb deswegen, weil er als bedeutendster Käse-Wettbewerb der Welt gilt und seine Ergebnisse im Internet veröffentlich werden. Das hat zur Folge, dass auch Delikatessen-Liebhaber oder -Lieferanten auf die Siegerprodukte aufmerksam werden.

Die Anmeldefrist läuft noch bis zum 18. Februar. Außerdem ist pro angemeldeter Sorte eine Teilnahmegebühr von 60 Dollar zu entrichten.

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